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Burnout

„Den Wert von Menschen und Diamanten erkennt man erst, wenn man sie aus der Fassung bringt.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Beim Burnout denken wir oft an berufliche oder private Überforderungen, die uns in die Erschöpfung treiben. Sicherlich spielen diese externen Faktoren eine Rolle. Wenn wir uns jedoch erlauben, einen Schritt zurück zu treten, könnten wir uns fragen, warum habe ich das?

Innere Wahrheiten und Glaubenssätze beeinflussen die Art und Weise, wie wir mit Belastungssituationen umgehen. Diese lernen wir oft schon in unserer Kindheit. Sie steuern unbewusst unsere Verhaltensmuster im Erwachsenenleben.
Burnout-Patienten haben oft folgende Glaubenssätze verinnerlicht:

Ich muss immer perfekt sein.
Ich muss immer die Kontrolle haben.
Ich muss immer stark sein.
Ich muss es immer den anderen Recht machen.
Ich muss immer den anderen helfen.
                   
Diese Glaubenssätze haben keinen Selbstzweck, sondern sie sollen uns Anerkennung oder ein Gefühl der Sicherheit geben. Sie hindern uns jedoch daran, adäquate Bewältigungsstrategien für Belastungssituationen zu finden. Sie haben das Potential, uns in dieses Hamsterrad-Gefühl zu treiben.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten den Glaubenssatz „Ich muss immer perfekt sein.“ verinnerlicht. In einem Arbeitsumfeld, in dem wenig Rücksicht auf das Wohl der Mitarbeiter genommen wird, würden Sie keine Grenzen setzen. Sie würden versuchen, alle Anforderungen zu erfüllen. Wenn Ihnen dies nicht gelingt, würden Sie die Schuld bei sich suchen, sich ungenügend fühlen und sich noch mehr anstrengen. Auf diese Weise würden Sie sich Stück für Stück in die emotionale Erschöpfung treiben. In der Regel würden auch psychosomatische Symptome wie Schlafstörungen oder Schmerzen auftreten. Die dringend notwendige Erholung würde in Ihnen noch mehr Schuldgefühle auslösen. Irgendwann wären Sie gar nicht mehr fähig, sich zu entspannen und zu erholen. Der Körper hätte gewissermaßen seine natürliche Fähigkeit zur Regeneration verlernt.

Ihnen würde es wie dem Mammutbaum in der folgenden Geschichte ergehen: Vor einem Dorf steht ein Mammutbaum, der Wind und Wetter standhält. Eines Tages kippt er einfach um. Die Menschen können es nicht glauben. Als sie den Baum untersuchen, sehen sie, dass Termiten ihn über Jahre ausgehöhlt haben.


Delfin

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